Stadtbezirk - Blickpunkt Schildesche

Direkt zum Seiteninhalt
Artikel
Gellershagenfest
Seit gut drei Jahrzehnten trifft sich Gellershagen im Spätsommer zum Nachbarschaftsfest vor der Brodhagen-Schule, jetzt Sekundarschule Gellershagen. Natürlich wird dieses Fest ehrenamtlich organisiert: ob AWO, Kirche, freiwillige Feuerwehr, OGS, Kita, Schule – die Akteure an den Ständen lassen deutlich erkennen, dass ihnen das Fest Spaß macht und sie gerne hier sind. Dies gilt auch für die beiden vor Ort vertretenen Parteien. Das Publikum besteht beileibe nicht nur aus jungen Familien, obschon sie die Mehrheit stellen. Auf dem Fest wird Musik gemacht, ein Zauberer tritt auf, Hüpfburgen wetteifern um die kleineren Kinder, die größeren lassen sich schmincken.
Die neu gegründete Sekundarschule Gellershagen, die das Schulgebäude mit der auslaufenden Brodhagenschule gemeinsam bevölkert, erfreute sich besonderer Aufmerksamkeit. Dies wurde u.a. deutlich durch ein Interview mit der Schulleiterin
Katarina Tweeboom und der Vorsitzenden des Fördervereins Sandra Pantel.
Schon heute titulieren Eltern und Lehrer die neue Schule als „Lieblingsschule“ und fordern alle auf sie zu besuchen, nach dem Motto „Sekundarschule ist das neue Lernen in Bielefeld“!      
Der stellvertretende Schulleiter Frederik Suchla berichtete von den ersten Wochen der neuen Schule: „Wir unterrichten 75 tolle Kinder in drei Klassen. Unterstützung findet das Kollegium bei den außerordentlich engagierten Eltern. Dieses Engagement befeuert zusätzlich die Motivation aller Mitarbeiter der Schule, nicht nur die der Lehrer. Der Start in das neue Schuljahr begann mit einer Projektwoche. Die Schüler*innen verglichen dabei wie Schule früher und heute ausgesehen und funktioniert hat und wagten auch einen Blick in die Zukunft. Die Ergebnisse dieser Projektwoche werden auf der offiziellen Einweihungsfeier der Schule am 11. Oktober vorgestellt.“
Quasi alle Schulen setzen sich einen übergeordneten Schwerpunkt, der kann musischer, sozialer oder auch technischer Natur sein. Gibt es in der sich gerade entwickelnden Sekundarschule Gellershagen bereits entsprechende Erwägungen? „Wir haben zunächst geschaut, welche Schwerpunkte die benachbarten weiterführenden Schulen haben, es macht wenig Sinn, da in direkte Konkurrenz zu treten. Aus den möglichen Themenfeldern kristallisierte sich schnell der Wunsch heraus, die Digitalisierung und die Informationstechnologie in unserer Schule als Schwerpunkt und zukünftiges Markenzeichen zu etablieren. Das beginnt ganz konkret mit der Nutzung moderner Unterrichtsmittel. So ist jede Klasse mit einem Smartboard ausgestattet und wir verfügen über drei sogenannte iPod-Koffer, die jeweils einen Klassensatz dieser  Tabletts enthalten. Wir beginnen jetzt aktiv mit der Suche nach Partnerunternehmen aus der Bielefelder Wirtschaft, die mit uns zusammen diesen Schwerpunkt ausgestalten wollen. Und wir suchen nach Informatik-Lehrern, mit denen wir dieses Konzept weiterentwickeln und umsetzen können.“
40 Jahre Alt und Jung in Bielefeld: Eine Pflege-Vision wird erwachsen
Unser Leitgedanke, die Wünsche älterer und behinderter Menschen zum Maßstab der Unterstützung zu setzen und dabei die Bedürfnisse der helfenden Menschen einzubeziehen, hat sich bis heute bewährt.
Wir fingen an als Hausbesetzer und Weltverbesserer, die den Anspruch hatten, hilfebedürftige Menschen sollten so selbstbestimmt wie möglich leben, und die dies auch für sich selbst anstrebten. Wir, das waren eine Gruppe Pflegender und eine pflegebedürftige Dame, die sich mit knapp vierzig Jahren zu jung für ein Altersheim fühlte und nach anderen Möglichkeiten der Versorgung suchte. Dies war der Anstoß zur Gründung des Vereins Freie Altenarbeit Alt und Jung e.V. im Winter 1987. Natürlich haben wir uns seitdem verändert, sind gewachsen, und haben uns weiter entwickelt. Aus einer Handvoll Idealisten mit der Vision von einer besseren Pflegewelt ist ein professioneller Pflegedienst geworden, der heute knapp 180 Angestellte umfasst. Mittlerweile, im Jahr 2018, begleiten, pflegen und unterstützen wir mit examinierten Pflegekräften, Kaufleuten, Hauswirtschaftsleuten und vielen tatkräftigen ehrenamtlichen Helfern gemeinsam 8,5 % der pflegebedürftigen Menschen in dieser Stadt.
Von Wachstumsschmerzen und Entwicklungsprozessen
1981 entstand in einem besetzten Haus in Schildesche die erste Pflege-Wohngemeinschaft, auch „H1“ genannt. Die Bewohner von „H1“ waren Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf und Pflegende, die anfänglich ebenfalls im Haus wohnten. Vieles war Neuland, Reibungen gehörten zum Alltag und Prozesse des Zusammenlebens mussten ausgelotet und verhandelt werden.
Schnell wurde die WG dann jedoch bekannt beim Bäcker, beim Apotheker, dem Friseur oder beim Hausarzt. Die Menschen im Viertel wurden dabei unterstützt, sich zu vernetzen und ihre Anliegen gemeinsam zu lösen. Die „H1“ wuchs stetig und weitere WGs bzw. Quartiersangebote folgten. Die Wohngemeinschaft H1 besteht bis heute und ist fester Bestandteil im Alt Schildescher Stadtkern. Von Bedeutung ist für uns bis heute auch die Einbindung der Wohngemeinschaft in das Quartier. Vernetzungsarbeit ist, nach der guten Pflege der Menschen, Hauptbestandteil unserer Arbeit, um Nähe im Wohnumfeld zu schaffen. Das Zusammenwohnen der Generationen war und ist ein maßgeblicher Faktor für die Entwicklung unseres Konzeptes. Dies erweist sich oft als eine Herausforderung, immer aber auch als eine Bereicherung. Denn unser Konzept basiert nicht im klassischen Sinne auf Zahlen und unternehmerischen Zielen, es erwächst aus der Realität verschiedener Lebensstile, Wohnwünschen und Persönlichkeiten. Dafür ist das selbstbestimmte Leben des Einzelnen ebenso ausschlaggebend wie das voneinander Lernen und miteinander Leben von Alt und Jung.
1995 wurden wir ein anerkannter Pflegedienst und genügen seither allen Anforderungen der gesetzlichen Leistungsträger. Es folgten die Verträge über Leistungen der ambulanten Hilfe für Menschen mit Behinderungen und ergänzende Leistungen der Hilfe zur Pflege.
Aufgrund des immer weiter steigenden Bedarfs an alternativen Pflegekonzepten entstand 1996 in Zusammenarbeit mit der Bielefelder Gemeinützigen Wohnungsbaugesellschaft (bgw) und der Stadt Bielefeld das „Bielefelder Modell“ zum quartiersbezogenen Wohnen mit Versorgungssicherheit ohne Betreuungspauschale – ein Angebot an barrierefreiem Wohnraum und stadtteilbezogenen, niederschwelligen Versorgungsangeboten. Das „Bielefelder Modell“ ist heute weit über die Grenzen Bielefelds hinaus bekannt und macht bis heute überregional Schule.
2005 teilte sich der Verein aufgrund der Größe in die Vereine Alt und Jung Nord-Ost und Alt und Jung Süd-West auf, die mittlerweile jeweils größer sind als der damalige Verein selbst war.
Mit unseren Teams sind wir heute in vielen Wohnquartieren Bielefelds aktiv und bieten ein hoch qualifiziertes und am Bedürfnis des einzelnen Menschen orientiertes Dienstleistungsangebot, welches kontinuierlich reflektiert und gemeinsam weiterentwickelt wird. In unseren neun Quartiers-Pflegeteams organisieren die Mitarbeiter ihre Arbeit eigenständig. Koordinierend wirkt unsere Geschäftsstelle, dass sich seit Mai 2017 in der Buddestraße 15 befindet.
Wir arbeiten gemeinsam mit Engagement und Professionlität daran, die Vielfältigkeit der Lebenskonzepte weiter zu gestalten und zu verbinden. Hierbei ist das effektive Zusammenspiel von Pflegedienst, Nachbarschaft, ehrenamtlich Tätigen, anderen sozialen Einrichtungen und lokalen Ressourcen bestimmend. Zusammen entwickeln wir täglich eine Versorgungsstruktur, die die bisherige Pflegelandschaft nachhaltig erweitert und verbessert. Besonders wichtig ist uns die Stärkung von sozialen und kulturellen Aktivitäten, Ortsnähe und die Beschränkung auf ein kleines Gebiet.
Nicht zuletzt haben wir uns auch strukturell und als Organisation weiter entwickelt und sind heute ein mittelständisches, sozialwirtschaftliches Unternehmen mit neun Quartiersstützpunkten. Wir bieten ambulante Pflege, soziale Hilfen, soziale Beratung und individuelle Begleitung bei Unterstützungsbedarf.
Und noch immer sind wir Menschen, die nicht einfach hinnehmen, was vorgegeben wird. Bis heute gilt unverändert unser Ziel, Menschen mit besonderem Hilfebedarf individuelle Unterstützung in der eigenen Wohnung zu bieten und ihr Leben so selbstbestimmt wie möglich zu gestalten.
Wir sind nach vierzig Jahren engagiert, kompetent, verlässlich und noch immer ein bisschen anders!  
Pickert – der heimliche Star im Seekrug.
Und jetzt als das größte Büffet der Welt
Kartoffeln, Mehl, Milch und Hefe – das sind die Hauptzutaten für „Westfalens Nationalgericht“. Früher als typisches Arme-Leute-Essen bekannt, hat sich der Pickert zur Westfälischen Spezialität gemausert. Mit kleinen Köstlichkeiten verfeinert, wird er zum lukullischen Leckerbissen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Der Seekrug bietet hier in der Region die größte Auswahl an Variationen. Aktuell laden gut zehn verschiedene Versionen des dicken Hefepickert oder des dünnen Lappenpickert zum Genuss ein.
Und nun ist es soweit. Inspiriert von den großen Büffets in den Hotels der Feriendestinationen wollen wir zeigen: Das können Westfalen mit ihrem Pickert schon lange!
Hefe-, Lappen- und Kasten Pickert als Basis und dann gibt es x verschiedene Zutaten und Beilagen am längsten Pickert-Büffettisch der Welt.
„Wir experimentieren immer wieder mit unserem Liebling, um auch jüngere Zielgruppen anzusprechen“, sagt Seekrug-Wirt Christian Schulz, der seit 20 Jahren Pickert in seinem Restaurant am Obersee anbietet.
Damit erweist der Gastronom sogar der Stadt Bielefeld wertvolle Dienste. Etliche Touristen-Gruppen kommen nach Bielefeld und machen einen Abstecher zum Obersee, um die Pickertvielfalt zu genießen.
„Unser Pickert wird nach alter Tradition in schweren Eisenpfannen gebacken. Jeder Pickert ist ein Unikat und wird ausschließlich mit frischen Zutaten hergestellt“, so Schulz weiter. Wer tiefer in die Geheimnisse des Pickerts eintauchen will, der kann im Seekrug auch ein Pickertdiplom erwerben. Neben einem launigen Vortrag über die Geschichte des Hauses und der damit verbundenen Geschichte der Kartoffel, gibt es auch einen praktischen Teil mit Kartoffelschälen und -reiben. Und danach lädt ein großes, leckeres Pickertbüffet mit allen Zutaten, die den Pickert so lecker machen, zum Genuss im gemütlichen Ambiente des Seekrugs ein.
Der Seekrug hat täglich von 11 Uhr, sonntags ab 10 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen: www.seekrug.com

Bielefelder Plakat- und Bewusstseinskampagne
Demenz - das bleibt!
Mit großformatigen Plakaten auf Werbegroßflächen und auf Werbeflächen in Straßenbahnen und Bussen werden ab Ende Mai Aussagen von authentischen Personen plakatiert, die ihre Wünsche für den Zeitraum formuliert haben, in dem die Willensäußerung aufgrund kognitiver Einschränkungen nicht mehr möglich ist. Die Plakatkampagne wird ergänzt durch Postkarten, die im Rahmen von Aktionen an Interessierte weitergegeben werden.
Es ist ein sehr persönlicher Zugang zum Thema Demenz, der durch die individuellen Statements „normale“ menschliche Vorlieben, Gewohnheiten, Leidenschaften und biografische Anteile beschreibt. Dazu gehört z. B. das Currywurstessen auf dem Jahnplatz, das Singen der Arminia-Hymne, das Fühlen feuchter Gartenerde, das Hören des Schnaubens der Pferde, der Blick auf das Meer, genauso wie die Lieblingsmusik oder das Kaffeetrinken im Café. All diese kleinen Freuden sollen Angehörige, Freunde und das Pflegepersonal nachlesen können. Damit möchte die Gruppe stellvertretend auf die Belange der steigenden Zahl von Menschen mit Demenz in Bielefeld aufmerksam machen.
Die Plakat- und Postkartenkampagne stellt die Selbstbestimmung von Menschen mit Demenz in den Mittelpunkt und versucht, der Befürchtung von Ausgeliefertsein und totaler Fremdbestimmung etwas entgegenzusetzen und Möglichkeiten der Beeinflussung der Lebensbedingungen zu veranschaulichen.
Die Kampagne will Mut machen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und wirbt um mehr Verständnis und Achtung für die Betroffenen.
Inspirieren ließ sich die Gruppe durch die Erfahrung, dass viele Ältere sich mit Themen wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung beschäftigen, aber ihre lebensgeschichtlich begründeten Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen für die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft nicht formulieren. Vorsorge für das Leben im Alter anzuregen und sich damit zu beschäftigen, welche „kleinen Dinge“ eine besondere Bedeutung für die Lebensqualität erhalten, wenn die Lebenskreise im Alter enger werden, ist Ziel der Plakataktion.
Entwickelt wurde die Idee in einem Arbeitskreis, an dem der AWO KV Bielefeld, die Alzheimer Gesellschaft Bielefeld, das Demenz Servicezentrum OWL, die Diakonie für Bielefeld und der Hauspflegeverein beteiligt sind. Die Federführung liegt bei der Altenhilfeplanung der Stadt Bielefeld organisiert.
Gefördert wird die Plakataktion von der Marta-Kleine-Eikelmann Stiftung.


Bürgerforum Schildesche feiert mit über 60 Gästen das 1-jährige Jubiläum
Am Freitag, 27.04.2018, hatte das Bürgerforum Schildesche interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Jubiläumsfeier in das Wohncafé des Bielefelder Modells „Am Pfarracker / Liethstück“ (BGW) eingeladen. Dieser Einladung folgten mehr als 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie eingeladene Kooperationspartner der etablierten Quartiersarbeit in Schildesche.
Helmut Breitkopf, Aktiver im Bürgerforum Schildesche, und Sonja Heckmann vom AWO Kreisverband Bielefeld e.V. (Quartiersmanagement Schildesche) begrüßten die Anwesenden ganz herzlich. Dabei lud Herr Breitkopf die Gäste ein, sich an den Aktivitäten im Quartier zu beteiligen. An die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt und der BGW gerichtet sagte er: „Quartiersarbeit und Bürgerforum sollten noch stärker in moderne Wohn- und Stadtteilplanungen einfließen. Der nachbarschaftliche Zusammenhalt und die Lebensqualität werden gestärkt. Nicht zuletzt wird dadurch auch ein Stück Sozial- und Kulturarbeit im Stadtteil gefördert.“
Diese Worte griffen die beiden Grußwortredner, Ingo Nürnberger, Sozialdezernent der Stadt Bielefeld und Kirsten Hopster, Vorstandsvorsitzende des AWO Kreisverbandes Bielefeld e.V., gerne auf und stellten in einem Dialog die Bedeutung der Quartiersarbeit für einen Stadtteil dar. Quartiersarbeit, die in Schildesche stark von der Gründung des Bürgerforums Schildesche profitieren kann. Das Bürgerforum Schildesche ist in den Augen des Sozialdezernenten eine Möglichkeit „gemeinsam das eigene Quartier zu gestalten, dabei miteinander zu leben, miteinander zu reden statt nebeneinander zu leben und aneinander vorbei zu reden.“
Kirsten Hopster ergänzte in diesem Dialog, dass „viele Bausteine in der Quartiersarbeit, gut zu den gelebten Werten der AWO in vielen Quartieren in Bielefeld passen: Aufeinander achten und füreinander sorgen, Aktivieren und Eigenverantwortung stärken, das Wir – Gefühl der Menschen stärken und somit gemeinsam Veränderungen bewirken.“
Dass all dies im vergangenen Jahr durch das Bürgerforum Schildesche gelebt wurde, zeigte im Anschluss an den Eröffnungsdialog die Vorstellung der initiierten Kleingruppen des Bürgerforums Schildesche:
• Die Telefonkette kümmert sich um Menschen, die nur wenig soziale Kontakte haben.
• Die Kleingruppe Verkehr setzt sich mit der Verkehrssituation im Quartier auseinander und macht sich dabei für die Verkehrssicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Quartier stark.
• Und die Freizeitgruppen wie Literaturkreis, Kreativ-Treff und Kistengarten ermöglichen den Menschen im Quartier zusammen zu kommen, sich auszutauschen und ihren eigenen Interessen nachzugehen und dabei nicht allein zu bleiben.
Wie wichtig diese Form des Sozialraumbezuges, der Bürgerbeteiligung und des Engagements für ein Quartier ist, stellte Oliver Klingelberg vom Sozialmanagement der BGW in seinem Plädoyer für eine ganzheitliche Quartiersentwicklung dar, denn „dort wo Menschen sich wohlfühlen, Kontakte knüpfen können und sich mit ihrem Viertel identifizieren und somit auch für ihr Quartier ein Stück weit selbst Sorge tragen, kann Einsamkeit vorgebeugt werden, gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden und Hilfebedarfe frühzeitig erkannt und schneller bedient werden.“
Verbesserungen lassen sich am besten dann erreichen, wenn Bürgerinnen und Bürger sich aktivieren, sich für die eigenen Interessen und die Menschen in der Nachbarschaft stark machen. Das ist hier geschehen. Das Bürgerforum, das seit über einem Jahr besteht und erfolgreich arbeitet, ist ein Zusammenschluss von Menschen, die sich für die eigenen Belange und die der Nachbarschaft einsetzen. Und auch nach einem Jahr „aktiver Arbeit“ möchten die Akteure des Bürgerforums Schildesche mit der Nachbarschaft und den Bürgerinnen und Bürgern in den Austausch kommen und den Fragen nachgehen:
Was liegt uns an unserem Stadtteil am Herzen? Was möchten wir gemeinsam erreichen? Und was möchten wir in unserem Quartier unternehmen?
Das Bürgerforum Schildesche lädt hierzu alle interessierten zu den regelmäßigen Treffen ein:
An jedem 1. Donnerstag im Monat trifft sich das Bürgerforum zum gemeinsamen Frühstück im Quartierscafé „Am Pfarracker 39 /Liethstück 2“, Start: 10 Uhr (bis ca. 11.30 Uhr).
An jedem 3. Montag im Monat um 17.30 Uhr treffen sich die Akteure des Bürgerforums zum inhaltlichen Austausch im AWO-Scholle Treff, Am Vorwerk 36a.
Hier können gegenseitig neue Aktivitäten und Gruppen vorgestellt werden und gemeinsam können Themen gefunden werden, die im Quartier weiterverfolgt werden.
Für weitere Informationen kann gerne Kontakt zur Quartiersmanagerin Frau Sonja Heckmann (AWO Kreisverband Bielefeld e.V.) unter Tel.: 0521-32 94962 oder per Email: s.heckmann@awo-bielefeld.de aufgenommen werden.

Nähcafé im AWO Mehrgenerationenhaus sucht Nähmaschinen
Das Nähcafé für geflüchtete Frauen und Frauen aus der Nachbarschaft sucht dringend gebrauchte, funktionstüchtige Nähmaschinen. Seit 2016 gibt es im Mehrgenerationenhaus Heisenbergweg ein wöchentlich stattfindendes Nähcafé. Frauen mit und ohne Vorkenntnisse können unter Anleitung kostenlos kleinere Näharbeiten durchführen. Leider sind einige der vorhandenen Maschinen defekt und nicht mehr zu gebrauchen. Damit die Frauen weiterhin nähen können, würden sie sich sehr über Nähmaschinenspenden freuen. Wer eine Nähmaschine abgeben möchte, kann sich im Mehrgenerationenhaus im Heisenbergweg 2, 33613 Bielefeld, melden.
Telefon: 0521-96 20 703, Frau Uhlmann

Runder Tisch Schildesche
Als man den Kuchen zum Abbacken noch zu Schäfersmann brachte
Pastor Hermann Rottmann begrüßte die gut fünfzig Gäste im Gemeindehaus der Stiftskirchengemeinde zur fünften Folge der Treffen des „Runden Tisches Schildesche“. Er erinnerte dabei an das Credo der teilnehmenden Institutionen, die es sich zur Aufgabe gemacht hätten, sich gemeinsam um die Menschen im Quartier zu kümmern und dies u.a. damit verbänden, gemeinsam Schildesche zu entdecken.
Heute stand nun ein vergnüglicher Nachmittag mit der Geschichtenerzählerin Johanna Mettin auf dem Programm. Dem Alter der Protagonistin entsprechend, war die überwiegende Mehrzahl der Gäste schon einige Zeit im Rentenalter angekommen. Die vielen gemeinsamen Erinnerungen der Menschen im Raum, die Johanna Mettin in ihrer zurückhaltenden, gänzlich unprätentiösen Art hervorbrachte, führten zu vielen angeregten Gesprächen an den Tischen und diese wiederum zu weiteren Erzählungen, die überwiegend in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts angesiedelt waren. Johanna Mettin reicherte diese Erinnerungen mit Anekdoten an, die ihr verstorbener Ehemann schon zu Lebzeiten gesammelt und aufgezeichnet hatte. Da war zum Beispiel die Weberei auf dem Gelände der heutigen Rudolf-Steiner-Schule, deren Signalhorn weithin hörbar das Schichtende verkündete. Auch das eine oder andere Schulkind der Grundschule folgte diesem Tonsignal und ging nach Hause, mit der Begründung, die Mutter würde jetzt gleich das Mittagessen auf den Tisch bringen, wenn der Vater von der Schicht kommt. Selbst wenn man den allgegenwärtigen Verkehrslärm mal wegdenkt, viele Kinder heute würden das Horn kaum wahrnehmen, wird ihr Gehör doch unablässig durch die kleinen Stöpsel im Ohr mit Musik geflutet.
Die zahlreichen, fußläufig erreichbaren Geschäfte in Schildesche waren Gegenstand intensiver Gespräche. Lebensmittel, Brot, Fleisch und eigentlich auch alles andere gab es nicht nur im Ortszentrum, sondern auch in den kleineren Siedlungsbereichen ringsum. Dazu der Milchwagen von Willi Bottemöller, der regelmäßig die Straßen abfuhr oder Bäcker Kipp, der zweimal pro Woche Brot nach Hause lieferte. Und dann noch Bäcker Schäfersmann, zu dem die Hausfrau das Kuchenblech zum Abbacken bringen konnte. Haben Sie das schon mal bei einem der Backshops in den Supermärkten versucht? Gern erinnerte man sich an Fisch Adam, dessen Qualität weit über die Grenzen von Schildesche bekannt war.
Da auf den Straßen kaum Autos unterwegs oder abgestellt waren, hatten die Kinder Platz und Möglichkeit, direkt vor der Haustür auf der Straße zu spielen. Federball, Völkerball, Murmeln, Gummitwist oder Rollschuhwettfahrten auf der Engerschen Straße.
Das Amt Schildesche wurde 1930 in die Stadt Bielefeld eingemeindet. Ein dabei ausgegebenes Versprechen lautete, dass Schildesche an die städtische Kanalisation angeschlossen werden sollte, die bis dahin nur einzelne Straßenzüge erfasst hatte. Bei der 1000-Jahr Feier 1939 gab es einen großen Festumzug. Mittendrin waren Ahltonnenschieber (in diesen Behältern wurden die Inhalte der Sickergruben zu den Sammelplätzen gefahren …) als Mahnung an die Stadtoberen zu sehen, denn leider lies die Kanalisation auf sich warten - abgeschlossen wurde dieser Prozess erst in den sechziger Jahren.
Insgesamt ein schöner Kaffee- und Klönnachmittag, zu dem die Sonne draußen ein wunderbares Vorfrühlingslicht beisteuerte.
auf dem ersten Foto von links: Bärbel Behrmann, Welf Helm, Maria Sure, Sonja Heckmann, Johanna Mettin (sitzend), Hermann Rottmann, Hartmut Sielemann, Annegret Wienstroth
das zweite Foto: ein Blick auf die Kaffeetafel
SPD Gellershagen
Neujahrsempfang
Die Ortsvereinsvorsitzende Helga Gießelmann (1. Foto) begrüßte über zwanzig Gäste beim Neujahrsempfang des Ortsvereins Gellershagen der SPD. Beherrschendes Thema der Gespräche am Tisch war der Koalitionsvertrag und der anstehende Mitgliederentscheid dazu.
Die Abgeordnete des Bundestages Wiebke Esdar (2. Foto) ist nicht nur Mitglied des OV Gellershagen, sondern auch Mitglied des Parteivorstands der SPD im Bund. Insofern konnte sie sehr hautnah von den Gesprächsrunden in Berlin berichten.
Ganz grundsätzlich entspricht ihrer Meinung nach das Vorgehen (der Parteivorstand gibt eine Bewertung des Koalitionsvertrages ab, die Mitglieder diskutieren darüber und stimmen in geheimer Wahl ab) dem Demokratieverständnis einer modernen Partei: „Das unterscheidet uns von der Union!“ Gleichzeitig wirbt sie dafür, Politik mitzugestalten: „Politik ist nicht immer nur nett oder einfach, oft genug läuft es auf einen Kompromiss hinaus. Und dann ist es besser, diesen Kompromiss mitzugestalten, statt wie ‚Die Linke‘ von vornherein jegliche Verantwortung abzulehnen!“ Falls es zu einer neuen GroKo kommt, sieht sie der Arbeit in der Koalition mit gemischten Gefühlen entgegen, „allein, wenn man sich anschaut, wie die CSU permanent provoziert, das lässt nichts Gutes hoffen.“
Aus dem Gesamtkatalog der Koalitionsverhandlungen greift Wiebke Esdar nur vier Punkte heraus. Beim Thema Bildungspolitik (berufliche Bildung, BAFöG, Meister-BAFöG, Mindestlohn für Azubis) sieht sie gute und weitreichende Vorschläge der Sozialdemokraten verwirklicht. Dem Bereich Forschung attestiert sie eine sehr diverse Ausfächerung der angesprochenen Details, die zusammengenommen aber durchaus zielführend wären. Beim Wohnungsbau macht sie darauf aufmerksam, dass die Förderung überwiegend steuerlich erfolgt und die Einkommensgruppen sehr unterschiedlich davon profitieren können. Die Summen, die in den sozialen Wohnungsbau fließen sollen, sind zwar ganz erheblich, werden ihrer Meinung nach jedoch nicht ausreichen.
Sehr kritisch beurteilt Wiebke Esdar den Kompromiss beim Thema Flüchtlingspolitik. Hier wären extrem grundsätzliche Unterschiede zu überwinden gewesen. In Bezug auf den Familiennachzug würde der Rechtsanspruch abgeschafft, der gerade im Bundestag behandelte Gesetzentwurf („dem konnte ich nicht zustimmen“) sieht 1.000 Personen pro Monat ab August vor. Andererseits konnte ihrer Meinung nach die SPD zumindest diesen Kompromiss durch das Parlament bringen und damit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zumindest im Rahmen des Möglichen gerecht werden, denn „die Bürgerlichen und die ganz Rechten waren komplett gegen den Familiennachzug. Ohne uns hätte die Union dieses Recht zusammen mit der FDP und der AFD einfach komplett kassiert!“ Sie erläutert, dass hiervon insbesondere subsidiär geschützte Flüchtlinge betroffen sind, also jene Menschen, die voraussichtlich irgendwann wieder zurück in ihr Heimatland gehen, weil sie z.B. vor  Krieg oder Bürgerkrieg geflohen sind. Dies träfe auch für Syrien zu, wobei man sich das anhand der aktuellen Meldungen aus diesem Land kaum vorstellen mag. Aktuell liegen etwa 60.000 Anträge auf Familiennachzug vor. Ein Problem ist nach Auffassung von Wiebke Esdar der fehlende Anspruch auf Integrationsmaßnahmen bei dieser Gruppe von geflüchteten Menschen. Der Staat verlässt sich hier zu sehr auf private, ehrenamtliche Initiativen. Der Koalitionskompromiss wird an diesem Neujahrstreffen nicht abschließend beurteilt, weitere Möglichkeiten der Diskussion stehen auch noch aus, z.B. die Regionalversammlung in der Ravensberger Spinnerei.
Die beiden nächsten öffentlichen Termine sind die Mitgliederversammlungen am 15.5. und 13.6. im „Il Salento“ an der Voltmannstraße/Ecke Jöllenbecker Straße, Beginn jeweils um 20.00 Uhr.

Sekundarschule Gellershagen
Am 8. November hat der Rat der Stadt Bielefeld sein OK gegeben: Nachdem bereits die Elternbefragung so erfolgreich verlaufen ist, und die Anmeldezahlen stimmen, wird es ab dem Sommer 2018 eine neue Schulform im Bielefelder Westen geben.
Am Standort der bisherigen Brodhagenschule wird die „Sekundarschule Gellershagen“ zum kommenden Schuljahr an den Start gehen. Die Brodhagenschule nimmt bereits seit 3 Jahren keine neuen Fünftklässler auf.
Was genau ist eine Sekundarschule? Die Sekundarschule ist eine integrierte Schulform, die in ihren Grundzügen viele Gemeinsamkeiten mit einer Gesamtschule hat, weshalb man auch häufig von der „kleinen Schwester der Gesamtschule“ spricht. Auch an der Sekundarschule lernen alle Kinder gemeinsam von der 5. bis zur 10. Klasse. Die Kinder werden nicht zu Beginn in verschiedene Leistungsstufen aufgeteilt, sondern die Bildungswege und somit auch der angestrebte Abschluss stehen ihnen lange offen. Um den Kindern gerecht zu werden, bekommen die Schüler unterschiedliche Lernmaterialien (binnendifferenziertes Arbeitsmaterial) und können auf verschiedenen Lernniveaustufen arbeiten. Da die individuelle Förderung und Forderung im Zentrum des Lernens steht und alle Kinder dadurch gemeinsam lernen und voneinander profitieren, ist die Versetzung bis Klasse 9 der Regelfall. Wiederholungen einer Klasse sind nur auf Elternwunsch und nach eingehender Beratung möglich und notwendig. Im Klartext: Kein Sitzenbleiben bis Klasse 9.
Die Vorteile, die eine Sekundarschule gegenüber einer Gesamtschule hat, ist das kleinere System. In einer Sekundarschule werden pro Jahrgang 3 Klassen gebildet, in denen jeweils maximal 25 Schüler unterrichtet werden. Die Sekundarschule hat keine eigene Oberstufe, jedoch besteht eine Kooperation mit einem Gymnasium, so dass Kinder, die das Abitur erreichen möchten und können, einen Platz an diesem Gymnasium garantiert haben. Die Kinder müssen sich, anders als an den anderen Schulformen wie der Realschule, nach der 10. Klasse nicht für die Aufnahme in die Oberstufe bewerben.  
Das Konzept der Sekundarschule Gellershagen steht und die Rahmenbedingungen sind geschaffen. Die Sekundarschule am Brodhagen hat einen gut strukturierten Ganztag. So wird den Kindern jeden Morgen ein offener Anfang angeboten. Eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn können die Schüler bereits zur Schule kommen und sich im Klassenraum mit den Mitschülern austauschen, sich auf den Unterricht vorbereiten oder auch noch offene Fragen mit dem Lehrer klären, der immer bereits im Raum ist. Während der beiden kleinen Pausen haben die Kinder Gelegenheit, sich auf dem Schulhof richtig auszutoben und zu frühstücken. Nach der 5. Stunde gibt es eine einstündige Mittagspause, in der die Kinder in der Mensa ein warmes Mittagessen erhalten und danach ihre Zeit in diversen „offenen Angeboten“ verbringen oder die Kletter- und  Spielmöglichkeiten auf dem Pausenhof nutzen. An drei Nachmittagen in der Woche endet der Unterricht nach der 9. Stunde, dienstags und freitags nach der 6. Stunde. Darüber hinaus wird es bei Bedarf ein Betreuungs- und AG-Angebot geben, an dem die Kinder freiwillig teilnehmen können.
Die neue „Sekundarschule Gellershagen“ bietet Eltern und Schülern die einmalige Gelegenheit, eine Schule in ihren Grundzügen aktiv mitzugestalten – angefangen bei den Schulregeln, der Klassenraumgestaltung, dem Klassenfahrtskonzept, Wandertagen, Projektwochen und vielem mehr.
Die Anmeldezeiten Sekundarschule Gellershagen sind am 07., 08. und 09. Februar jeweils von 8- 12 Uhr und von 16 - 19 Uhr. Die Kollegen der Schule werden Anmeldegespräche führen, so dass die Kinder auf jeden Fall mit zu dem Gespräch kommen sollen. Termine können über die Brodhagenschule gemacht werden.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der  Schule www.sekundarschulegellershagen.de

Elterntreff „Mitgestalten-jetzt!“
• Wann, wie oft und wie lange sollen die Kinder auf Klassenfahrt gehen?
• Welche Regeln sind im Schulalltag wichtig?
• Welche, wieviele Wandertage soll es geben?
• Wie sollen die Klassenräume ausgestaltet werden?
• Wer kocht das Mittagessen für unsere Kinder?
Wenn Sie Lust haben, aktiv an der Erarbeitung dieser Fragen mitzuwirken und eigene Ideen und Vorschläge einzubringen, dann laden wir Sie herzlich zu unserem 1. „Elterntreffen“ ein. Wir treffen uns am 09.01.2018 um 18 Uhr in der Schule und freuen uns auf einen regen Austausch!
Meine Umwelt & Ich
Gesund und sicher im Alltag
Das Quartiersprojekt des AWO Kreisverbandes Bielefeld e.V. und der Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen mbH (BGW) geht in die 5. Vortragsrunde
Am 23. November 2017 lädt der AWO Kreisverband Bielefeld e.V. in Kooperation mit der BGW interessierte Bürgerinnen und Bürger zur 5. Vortragsveranstaltung des neuen Quartiersprojektes „Meine Umwelt & Ich - Gesund und sicher im Alltag“ ein. Die Veranstaltung findet um 16.00 Uhr im Quartierscafé „Am Pfarracker/Liethstück“ in Bielefeld-Schildesche statt.
Anlässlich des Termins wird Petra Schwenk von der Verbraucherzentrale NRW, Beratungsstelle Bielefeld referieren und anhand von Beispielen mit den interessierten Gästen ins Gespräch kommen.
Diese Themen sollen angeschnitten werden: „Patientenrechte und Individuelle Gesundheitsleistungen“,   „Wann muss ich beim Arzt selbst bezahlen?“, „Welche Regeln gelten bei einem solchen Behandlungsvertrag?“, „Wie kann ich mich als Patient gut auf einen Arztbesuch vorbereiten?“
Zahlen oder nicht zahlen? – Das ist die Frage für viele Kassenpatienten beim Arztbesuch. Von Augeninnendruck-Messung über Thrombose-Check bis hin zur Krebsvorsorge: Ärzte dürfen zusätzliche Leistungen, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden, als so genannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) anbieten. Dabei handelt es sich um verschiedenste Behandlungs- und Untersuchungsmethoden, die oft medizinisch nicht notwendig sind. Ärzte bezeichnen diese Extras dennoch als empfehlenswert und halten hierfür die Hand auf. Patienten reagieren darauf verunsichert und zahlen dennoch den verlangten Betrag. „Um einem Arzt, der Selbstzahlerleistungen anbietet, mehr auf Augenhöhe zu begegnen, müssen gesetzliche Versicherte umschwenken und sich nicht länger nur als Patienten verstehen, sondern auch als Kunden des Gesundheitsmarkts auftreten. Dazu ist es nötig, dass sie ihre Rechte kennen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.
Weitere Informationen über die Veranstaltung erhalten Sie von Sonja Heckmann, AWO Kreisverband Bielefeld e.V., Telefon: 0521 / 329 49 62

Lydia-Kindertagesstätte
Kennen Sie eigentlich noch das alte Gebäude der Lydia-Kindertagesstätte in der Gunststraße? Eher unscheinbar duckte sich der Baukörper in das sanft abfallende Gelände hinter der alten Kirche. Jeder Zentimeter in den Fluren und Zimmern schien genutzt, so hatte man das Gefühl. Sicher, das fröhliche unbekümmerte Spielen und Toben der Kinder in dem alten Gemäuer ließ keinen Gedanken daran aufkommen, hier würde es ihnen an irgendetwas fehlen. Und dennoch: kleine Gruppenräume, kaum Platz für Differenzierung, Räume, die aufgrund von Feuchtigkeit nicht mehr nutzbar waren. Kurz – ein Neubau tat Not.
„Wir sind angekommen. Fast alles hat in dem gegebenen Zeitrahmen geklappt. Das hat mich wirklich überrascht. Auch was die Architekten in dem doch sehr begrenzten Baufenster auf diesem Grundstück realisiert haben. Ich finde man erkennt die Handschrift des Architekten. Es ist kein Haus von der Stange, sondern eine individuelle Lösung, maßgeschneidert auf unsere Anforderungen. Im Vergleich zu früher haben wir jetzt fast unvorstellbar viel Platz. Die weiten Flure, der tolle Turn- und Spielraum mit seiner lichten Höhe bis in den Giebel und großzügige Gruppenräume, die den modernsten Standards entsprechen!“ schwärmt Eike Rosenkranz-Huesmann, die Leiterin der Einrichtung (auf dem Foto oben hilft sie bei dem Entladen der Spielsachen).
Bei der Gestaltung der Innenräume konnte sich das Kita-Team einbringen. So findet man ein durchgängiges Farbkonzept in den Sanitärräumen, der Küche und der Teeküche. Die Räume und Flure strahlen in Reinweiß, „bunt werden sie von ganz allein, wenn wir sie mit den Bildern der Kinder behängen. Auch sind längst noch nicht alle Möbel aufgebaut.“
Möbel, Ausrüstungsgegenstände, Spielsachen für das Außengelände „wird bis Ende Oktober fertig, so denn der Rollrasen anwächst“, der Umzug liegt in den letzten Zügen. Die Einfahrt wird noch gepflastert, der Schuppen ist noch nicht fertig und die Telefonleitung  tot. Aber Abhilfe ist in Sicht.
Nun, „wir sind alle gut angekommen!“ betont Frau Rosenkranz-Huesmann, „die Betreuung durch die Fachabteilung im Kirchenamt hat ganz wesentlich dazu beigetragen und das Umzugsunternehmen hat tolle Arbeit geleistet. Gerade jetzt kommen jede Woche Eltern zur Besichtigung auf der Suche nach einem Platz fürs nächste Kindergartenjahr. Sie sind ganz überrascht von dem hellen Ambiente. Die Zahl der Bewerber übersteigt allerdings die freien Plätze. Das liegt jetzt nicht so sehr an dem schicken Neubau, sondern zum Teil an den wenig flexibel handhabbaren Gruppenstrukturen. Die gesetzlichen Vorgaben sind da ziemlich strikt. Unser Anspruch hier bei Lydia ist, dass ein Kind von U3 bis Ü3 bei uns bleiben kann. Das enge finanzielle Korsett verhindert, dass wir freie Plätze vorhalten können. Stattdessen balancieren wir die komplizierte Konstruktion aus Gruppengröße und Zusammensetzung aus! Im Ü3-Bereich ist es tendenziell etwas besser, nächstes Jahr haben wir zwölf Schulabgänger, im Jahr darauf sogar siebzehn.“ Alltag in der Kindergartenplanung.
Am Rande bemerkt. Die Stiftung Lesen hat einen Wettbewerb mit dem Titel „Ideen für morgen“ ausgelobt. Der Projektvorschlag der Lydia-Kita ist für einen Platz unter den ersten sechs nominiert – herzlichen Glückwunsch!
Gellershagenfest
Das bunte Treiben in der parkähnlichen Anlage vor der Brodhagenschule hat Tradition: seit über 25 Jahren organisiert die Stadtteilkonferenz dieses Stadtteilfest für Gellershagen. Mit dabei die Schulen, Kitas, Kirchen, Polizei, Freiwillige Feuerwehr, AWO und einige andere Institutionen. Seit kurzem auch die Werbegemeinschaft.
Dieses Familienfest ist längst ein fester Bestandteil der Arbeit der Stadtteilkonferenz und der nach außen sichtbare Höhepunkt eines jeden Jahres. Das Kulturamt steuert jeweils eine Attraktion bei – dieses Jahr z.B. den Jongleur.
Alles andere, von den Kosten der Straßensperrung bis zur Gage der Band muss aus den Verkaufserlösen auf dem Fest refinanziert werden. Der finanzielle Rahmen ist daher sehr eng gesteckt.
Schön, dass dieses Fest in der Nachbarschaft so angenommen wird. Fröhliche Menschen an den Ständen und Attraktionen sind ein Lohn für die ehrenamt­liche Arbeit, ein Beweis für die Aktualität der alten Idee, die dieses Projekt einst begründet hat.
Lydia-Kita vor Vollendung
Die Purpurhändlerin Lydia von Phillipi ist die Namenspatronin der Lydia-Kirchengemeinde und ihrer Kita. Laut der Apostelgeschichte nahm die vermutlich erste Christin Europas den Apostel Paulus in ihr Haus auf, sie wurde von ihm getauft, später versammelte sich bei ihr die örtliche christliche Gemeinde, die sie vermutlich leitete und die finanziell unterstützte. Solch eine Mäzenin wird auch jetzt wieder gesucht, doch davon später.
Die neu gebaute Lydia-Kita in der Gunststraße 20 wird in den Sommerferien fertiggestellt, trotz verschiedener wetterbedingter Verzögerungen letztlich im Zeitplan. Überall im Haus arbeiten die Handwerker, gerade werden die Elektroinstallationen abgeschlossen, verschiedene Decken abgehängt. In den Sanitärräumen deuten nur die zahlreichen Anschlüsse auf die zukünftige Verwendung hin. Ende August können dann die drei Gruppen umziehen, am 24. September soll offiziell Einweihung gefeiert werden. Auf die 56 Kindergartenkinder und ihre Betreuer*innen warten großzügig geschnittene Gruppenräume mit Nebenräumen, ein schöner Mehrzweckraum mit viel lichter Höhe, eine neue Küche, Wasch- & WC-Räume und viel Platz im Keller für moderne Technik und Ablage. Kein Vergleich mit den Verhältnissen, die in dem Altbau geherrscht haben. Auch die Aussenanlage soll rechtzeitig fertig werden.
Die Leiterin, Eike Rosenkranz-Huesmann, hat allerdings noch ein Herzensanliegen: „Wir brauchen noch neue Garderoben für die drei Gruppen. Zusammengenommen müssen wir dafür 5.650,- € aufbringen und suchen händeringend Sponsoren. Wenn Sie uns unterstützen wollen: unser Konto bei der KD-Bank hat die IBAN Nummer DE61 3506 0190 2006 6990 17, Stichwort Lydia Garderobe. Jeder Betrag hilft! Vielen vielen Dank auch im Namen der Kinder.“
Was vor zweitausend Jahren geklappt hat, sollte doch auch heute möglich sein.
Zurück zum Seiteninhalt